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Allah gleich Gott - gemeinsam leben und voneinander lernen

Ein Religionsprojekt in der Waldschule

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Für ca. drei Wochen arbeiteten muslimische und christliche Kinder der Klassen 4 der Waldschule zusammen an einem besonderen Religionsprojekt. Gemeinsam mit Herrn Turgay Kepenek bauten sie ein Haus, in dem „alle willkommen sind“. Bei dem Projekt, welches Herr Kepenek im Rahmen seiner ersten Staatsexamensarbeit geplant hatte, ging es darum, mit den Kindern Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Christentum und Islam heraus zu arbeiten und zu besprechen.

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Es wurde gehämmert und gemalt, gebaut und geklebt, im Internet recherchiert und gemeinsam die Planungen besprochen und diskutiert. Entstanden ist dabei ein Haus mit Keller, Wohnraum und Dach. Im Keller gibt es einen Raum für die Muslime und für die Christen. „Wenn ich als Christ in den Raum der Muslime gehen möchte, muss ich mich dort an die Regeln halten, und wenn ein Muslim den Raum der Christen betreten möchte, gilt das genauso“. So erklärten es mir die Kinder.

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„Im Wohnraum haben wir drei Zimmer, die wir mit Gemeinsamkeiten der Muslime und Christen eingerichtet haben“, erzählten die Kinder weiter. „ Wir haben ein gemeinsames Gebet geschrieben, gemeinsame Regeln besprochen und vieles mehr. Unsere Wohnungstür bleibt immer offen, denn alle, nicht nur Muslime und Christen, sind in unserem Haus willkommen“, erklärte mir ein Mädchen lächelnd. „Das Dach ist unsere Gesellschaft, in der wir zusammen leben. Alle können und dürfen auf dem Dach ihren Fingerabdruck hinterlassen“, erwähnten die Kinder weiter.

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Nach der Fertigstellung des Hauses präsentierte die Gruppe stolz ihren Klassenkameradinnen und –kameraden sowie Lehrerinnen ihr Haus.

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Was bleibt von diesem schönen Projekt?

Zum einen bleibt das Haus an der Waldschule und wird dort in dem Eingangsbereich des Neubaus als Sinnbild für unsere Schule stehen, in der alle willkommen sind und friedlich zusammen leben und sich gegenseitig tolerieren möchten.
Zum anderen erzählten mir letzte Woche zwei Mädchen folgendes:
S: „ F. hat mich am 24.12. zu ihrem Weihnachtsfest mit der Familie eingeladen, damit ich das als Muslimin auch einmal miterleben kann. Das finde ich schön.“
F: Und mich hat S. schon für nächstes Jahr zu ihrem Zuckerfest eingeladen. Darauf freue ich mich schon.“

In dem Sinne wünsche ich uns allen frohe Weihnachten,
friedliche und schöne Feiertage,
erholsame Ferien
sowie ein glückliches neues Jahr 2017.

D. Techert (Konrektorin)