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Sprachförderung für Kinder mit Migrationshintergrund

UrkundeDundPC G2Im Projekt "Deutsch & PC" werden Kinder mit Migrationshintergrund (an unserer Schule mittlerweile ca. 95%) in den Jahrgängen 1 bis 3 in Kleingruppen besonders intensiv an die deutsche Sprache herangeführt, um ihnen den Übergang auf die weiterführenden Schulen zu erleichtern und eher eine Chance auf  einen qualifizierten Schulabschluss zu ermöglichen.
Zusammen mit weiteren Maßnahmen (Vorlaufkurs Deutsch usw.) werden sicherlich die schulischen Chancen von Kindern mit Migrationshintergrund durch dieses Projekt erhöht.

Die Grundschule II Stadtallendorf ist seit den 70er Jahren eine Schule mit hohem Zuwandereranteil und hat als wesentlichen Schwerpunkt ihrer Arbeit die Förderung von Zuwandererkindern.
Im Laufe der vergangenen Jahre haben wir unterschiedliche Konzepte zur intensiven Förderung entwickelt und umgesetzt und immer versucht alle Schülerinnen und Schüler – ausgehend von ihren speziellen Sprachkenntnissen und Lernvoraussetzungen – zu fördern und zu fordern.

Durch Einrichtung der Eingangsstufe im Jahr 1986 wurde besonders dem Aspekt der Frühförderung ein hoher Stellenwert beigemessen. Das Angebot eines Vorlaufkurses ergänzt diesen Bereich.

Trotz dieser frühen, vielseitigen und umfangreichen Förderung zeigt sich, dass immer noch viele Zuwandererkinder, die bei ihrer Einschulung über keine oder nur geringe Deutschkenntnisse verfügen, eine Klasse wiederholen müssen oder keinen Schulabschluss erreichen.
Die Erwartung, dass die Kinder in der dritten Generation über ausreichende Sprachkenntnisse verfügen, hat sich nicht bestätigt. Ein großer Teil unserer Schüler kommt mit keinen oder geringen Sprachkenntnissen in die Schule, die für eine erfolgreiche Teilnahme am Lese-, Schreib- und Rechenlehrgang unbedingt erforderlich sind. Oft fehlen ihnen auch weitere Lernvoraussetzungen.

Aus diesem Grund ist die frühe und intensive Förderung als Schwerpunkt im Unterricht der Klasse 1 beim Lesen, Schreiben und Rechnen lernen – so wie es im Projekt „Deutsch und PC“ vorgesehen ist – für unsere Schule eine erfolgversprechende Fördermöglichkeit für unsere Zuwandererkinder, die die Förderung als zentrales Unterrichtsprinzip umsetzt.

Deutsch und PC ergänzt und erweitert die Arbeit unserer Eingangsstufe und setzt die Arbeit unseres Vorlaufkurses fort.

Zum 01.02.2004 wurde das Projekt in der Jahrgangsstufe 1 in sechs Klassen eingerichtet.
Im Schuljahr 2004/2005 wurde das Projekt erstmals in vier Klassen der Jahrgangsstufe 1 und in fünf Klassen der Jahrgangsstufe 2 umgesetzt, im Schuljahr 2005/2006 in fünf Klassen der Jahrgangsstufe 2 und fünf Klassen der Jahrgangsstufe 3.
Im jetzigen Schuljahr 2012/13 haben wir in der Jahrgangsstufe 1 vier Gruppen, in der Jahrgangsstufe 2 fünf Gruppen, in den Jahrgangsstufen 3 und 4 bieten wir Deutsch und PC in jeweils fünf Klassen an.

Organisation

Jahrgangsstufe 1:

In jeder Klasse der Jahrgangsstufe 1 unterrichtet in 10 Wochenstunden in den Fächern Deutsch und Mathematik die Klassenlehrerin eine Gruppe von 10 bis 16 Kindern und die Förderlehrerin eine Gruppe von 6 Kindern in äußerer Differenzierung.
Die Förderlehrerin unterrichtet alle 10 Wochenstunden, und zwar 2 Stunden täglich in einem Block in der ersten und zweiten Stunde oder in der 3. und 4. Stunde zeitgleich mit der Klassenlehrerin.

Jahrgangsstufe 2:

In der Jahrgangsstufe 2 werden entweder die fünf Wochenstunden in äußerer Differenzierung erteilt oder es liegen 2 bis 3 Stunden parallel zum Klassenunterricht, die anderen Stunden werden zusätzlich erteilt.

Jahrgangsstufe 3 und 4:

Die drei Stunden werden zusätzlich erteilt und beziehen sich auf zusätzliche Förderung im Fach Deutsch, besonders im Bereich Lesen.

Räumliche und sächliche Ausstattung

Am Standort Südschule stehen drei Gruppenräume mit je 3 PCs und einem Drucker und ein Computerraum mit 10 PCs und einem Drucker und Internetanschluss zur Verfügung.

Am Standort Waldschule haben wir drei Gruppenräume mit je 3 PCs und einem Drucker. In einem Raum verfügen wir über einen Internetanschluss.
Darüber hinaus gibt es einen Computerraum mit mindestens 10 PCs und Internetanschluss.

Auf den Netzwerken sind die Programme Budenberg, Lernwerkstatt, Schreiblabor, Mathematicus, Leshaus, GUT 1 installiert. Darüber hinaus gibt es weitere Programme zu einzelnen Lehrwerken in Deutsch und Mathematik, zur Wahrnehmungsförderung und Konzentration.

Inhaltliche Planung

Notwendig sind Absprachen zwischen Klassen- und Förderlehrerinnen in den einzelnen Jahrgangsstufen bezüglich der Lehrwerke in Deutsch und Mathematik und bezüglich aller begleitenden Unterrichtsmaterialien.

Zu Beginn des Schuljahres unterrichten Klassen- und Förderlehrkräfte zunächst gemeinsam in der Klasse, um sich einen Eindruck über den Sprachstand der einzelnen Schülerinnen und Schüler zu verschaffen.
Als Grundlage für die Einstufung der Kinder in den Förderkurs dienen die Informationen der Lehrkräfte über die Sprachkenntnisse der Kinder, die im letzten Schuljahr entweder in der Eingangsstufe E1 waren oder den Vorlaufkurs besucht haben.

Ergänzend wurden durch die Sonderschullehrkräfte der Schule Sprachstandsuntersuchungen durchgeführt, um so ein weitreichendes aussagekräftiges Bild von den einzelnen Kindern zu erhalten und eine Einstufung vornehmen zu können.

Die Planung und Gestaltung des Unterrichts erfolgt auf Grundlage der Jahresplanung in enger Absprache, Koordination und Kooperation der Klassenlehrerinnen und Förderlehrerinnen.

Eine sechste Deutschstunde in der Fördergruppe scheint vorteilhaft, da Leselehrgang und Spracherwerb sehr viel Zeit erfordern.

In der Jahrgangsstufe 2 können die Fördergruppen der Jahrgangsstufe 1 des letzten Schuljahres fortgeführt werden. Einzelne Schülerinnen und Schüler können die Fördergruppe verlassen oder es können andere dazu kommen. Ausgehend vom Sprachstand der einzelnen Schülerinnen und Schüler werden in Absprache zwischen Klassen- und Förderlehrkräften die Schwerpunkte und Inhalte der Unterrichtsarbeit im Fach Deutsch festgelegt.

Elemente der Arbeit in den Fördergruppen

Elemente der Arbeit in den Fördergruppen der Jahrgangsstufe 1 sind:

  • vielfältige Anlässe und Situationen für mündliche Kommunikation, z.B.
  • tägliche freie Erzählzeiten

  • Lieder und Reime

  • Sprachspiele

  • regelmäßiges Vorlesen

  • Rollenspiele

  • Übungen zur Erweiterung und Aufbau eines differenzierten Wortschatzes
  • Übungen zum Erwerb und zur Festigung von Satzstrukturen und von grammatikalischen Strukturen durch den Einsatz von vielfältigen Unterrichtsmaterialien und –medien
  • Arbeit mit dem Grundwortschatz
  • Entwicklung von Rechtschreibstrategien
  • Übungen zum sinnentnehmenden Lesen
  • Freies Schreiben
  • Einsatz des Computers

In der Jahrgangsstufe 2 wird diese Arbeit fortgesetzt und erweitert. Schwerpunkte sind das sinnentnehmende Lesen, mündliche Kommunikation, Lesen durch Schreiben und das Freie Schreiben.
In den Jahrgangsstufen 3 und 4 wird die Förderung der Lesekompetenz und der mündlichen Kommunikation, das Rechtschreiben und Freie Schreiben wesentlicher Bestandteil der Förderarbeit.
Die Unterstützung durch Computerprogramme wie Lernwerkstatt, Lesehaus, GUT 1, Budenberg u. ä. ist selbstverständlich.

Zusammenarbeit mit den Eltern

Die Eltern der Jahrgangsstufe 1 werden über das Projekt „Deutsch und PC“ und über die Notwendigkeit einer Teilnahme und die sich daraus ergebenden Chancen für ihre Kinder informiert. Das Projekt wurde von allen Eltern positiv angenommen und begrüßt.

Deutsch und PC und Schulprogramm

Das Projekt Deutsch und PC ist seit dem 01.02.2004 an der Grundschule II implementiert.
Unser Ziel ist es dieses Projekt als festen Baustein in unser Schulprogramm zu integrieren und von der Jahrgangsstufe 1 bis 4 konsequent umzusetzen.

Wir wünschen uns, dass das in Frankfurt, Gießen und Wetzlar begonnene Projekt Frühstart in absehbarer Zeit auch in den Stadtallendorfer Kindergärten eingerichtet wird, so dass für die in Stadtallendorf lebenden Migrantenkinder eine umfassende Sprachförderung vom Kindergarten über die Eingangsstufe und den Vorlaufkurs bis zu der intensiven Förderung durch Deutsch und PC in den Klassen 1 bis 4 gegeben ist.